VTNÖ Wettbewerbsplatzierungen, 04.11.18

Vom 02.-04. November 2018 fand die Generalversammlung des VTNÖ in Spital am Pyhrn statt. Im Zuge dessen wurden auch die Gewinner des heurigen Fotowettbewerbes bekannt gegeben und es freut mich sehr, das ich trotz meines eingeschränkten Betätigungsfeldes mit mehreren Highlights in unterschiedlichen Kategorien vertreten bin!

Kategorie Pflanzen: Highlight - "allein"

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Die Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes) ist für mich immer die erste Orchidee des Jahres. Bei günstiger Witterung stehen - in unseren südlichen Nachbarländern -  bereits Ende Februar die ersten in Blüte. Oftmals kaum zu glauben, wenn bei uns noch Schnee liegt. Umso mehr freue ich mich jedes Jahr auf die ersten Touren. Im heurigen Jahr haben sie sich aber etwas mehr Zeit gelassen und immer wieder kehrender Frost machte den zarten Blumen schwer zu schaffen.

 

Kategorie Insekten & Spinnentiere: Highlight - "Hüter der Hieroglyphen"

Im feuchten Herbst des Vorjahres habe ich mich an bekannten Plätzen im Umfeld meines Wohnortes auf die Suche nach Pilzen gemacht. In einem alten Buchenwald konnte ich etliche Buchen-Schleimrüblinge sichten und fotografieren. An den auslaufenden Wurzeln einer großen Buche vielen mir diese außergewöhnlichen Strukturen auf, die mich spontan an Hieroglyphen erinnerten. Mit Einzelaufnahmen waren jedoch keine zufriedenstellenden Ergebnisse zu erzielen und irgendwie war bei meiner Motivation auch schon die Luft raus. Darum habe ich den Buchenwald am nächsten Tag neuerlich aufgesucht. Zu meiner Freude saß diesmal eine Krabbenspinne im Randbereich der Strukturen und sie machte auch keinerlei Anstalt, den Platz zu verlassen. So konnte ich den mehrere Zentimeter hohen Ausschnitt als Stack ablichten und mittels Helicon Focus zu einer, über den gesamten Bildbereich scharfen, Aufnahme zusammenrechnen. Nur wenige Monate später wurde dieser Wald von schweren Unwettern verwüstet ... heute stehen dort nur noch einzelne Bäume.

 

Kategorie Insekten & Spinnentiere: Highlight - "Osterluzeifalter in Orchideenwiese"

Der Osterluzeifalter (Zerynthia polyxena) ist sicherlich einer unserer spektakulärsten Tagfalter. Leider aber - zumindest in Österreich - auf einige, sehr wenige Fundorte im Osten beschränkt. Im Vorjahr sind mir bei der Suche nach Orchideen auf einer Feuchtwiese in Kroatien große Bestände der gewöhnlichen Osterluzei (Aristolochia clematitis) aufgefallen und es sollte auch nicht lange dauern, bis die ersten Raupen des Osterluzeifalters gesichtet wurden. Insofern war eine Suche nach den Faltern heuer ein fester Bestandteil meiner Freizeitplanung, auch wenn einige Anläufe nötig waren, um letztendlich doch fündig zu werden.

 

Kategorie Komposition & Form: Highlight - "Eisenbakterien"

Bisher konnte ich solche Bilder nur im Netz oder bei befreundeten Fotografen bewundern und ich war jedes mal fasziniert, von der Vielfalt an Formen und ganz besonders an Farben. Ich muss jedoch gestehen, das ich absolut keine Ahnung hatte, wo und wie man so etwas finden kann und so blieben viele Begehungen von Feuchtgebieten, Mooren und dergleichen bisher vergebens. Heuer besuchte ich gemeinsam mit einem Freund ein Feuchtgebiet, in der Hoffnung auf ein paar ansehnliche Orchideen. Diese haben wir auch gefunden, zu meiner großen Freude aber auch einige, sehr kleine Gewässerflächen, die mit einem Biofilm aus Mikroorganismen, der sogenannten Kahmhaut, überzogen waren. Da nur kleine Bereiche zwischen den Wasserpflanzen zum Fotografieren geeignet waren, hielten sich die Gestaltungsmöglichkeiten in Grenzen. Das größte Problem lag aber auch hier in der Tatsache, das Einzelaufnahmen nicht mal annähernd zufriedenstellende Ergebnisse im Hinblick auf die Schärfentiefe brachten und der nasse, pflanzliche Boden jede minimale Gewichtsverlagerung in Form von kleinen Wellen quittierte. Glücklicherweise sind aber dennoch einige, schöne Stacks entstanden.

Orchideen der Berge, 01.07.18

Der Sommer ist die Zeit für Kohlröschen und Co. Wie jedes Jahr kann ich diese Zeit kaum erwarten, denn neben den Orchideen ist jede Wanderung allein aufgrund der beeindruckenden Panoramen ein Highlight für sich! Einige Tage mitten in den bunten Bergwiesen erleben zu können ist schon ein Privileg. Wie auch schon in den vergangenen Jahren ist es alles andere als einfach, den optimalen Blühzeitpunkt zu erraten. Auch die Aufzeichnungen der Literatur sind lediglich als Anhaltspunkt zu betrachten, denn der Zeitpunkt der Blüte wird immer früher im Jahr erreicht. Eine besonders schöne zweier Gruppe vom Mannsknabenkraut (Orchis mascula ssp. speciosa) präsentierte sich im Licht der aufgehenden Sonne. Einzelne Pflanzen vom zweifarbigen Kohlröschen (Nigritella bicolor) und vom Steineralpen Kohlröschen (Nigritella lithopolitanica) konnten im wundervollen Umfeld der bunten Bergflora abgelichtet werden. Um das österreichische Kohlröschen (Nigritella austriaca) zu fotografieren, mußte ich mal wieder in den Osten ... und war wieder mal sehr knapp drann. Erstmals haben wir auch einen Standort vom Steiermark-Kohlröschen (Nigritella stiriaca) in Salzburg aufgesucht. Das "Bergerlebnis" bekommt hier, inmitten vom Massentourismus, jedoch eine völlig andere, für mich abschreckende Bedeutung. Etwas später blühen auch das gewöhnliche oder schwarze Kohlröschen (Nigritella rhellicani) und deren Hybriden (natürliche Kreuzungen unterschiedlicher Arten). Mit viel Glück findet man auch mal beide Orchideen dicht nebeneinander, wie in diesem Fall mit einer xGymnigritella heufleri, der Kreuzung aus wohlriechender Händelwurz und dem gewöhnlichen Kohlröschen. Einige der außergewöhnlichen Hybriden vom Vorjahr konnten heuer leider nicht mehr aufgefunden werden. Eine ganz besondere Rarität, eine weiße xGymnigritella suaveolens (Mücken-Händelwurz fo. albescens x gewöhnliches oder schwarzes Kohlröschen fo. albiflora) konnte erfreulicherweise aber auch heuer wieder gesichtet und in sehr schönem Zustand fotografiert werden ... das der Standort auch aus fotografischer Sicht ideal ist und nur wenige Zentimeter dahinter ein gewöhnliches Kohlröschen den Bildaufbau aufwertet, ist einfach nur Glück!

Voraussichtlich zum letzten mal für die heurige Orchideensaison konnte ich zwei wundervolle Tage auf den bunten Bergwiesen verbringen und wieder einmal waren es zwei anstrengende, aber auch sehr erfolgreiche Tage. So beginne ich diesen Bildbeitrag mit derselben Hybride (xGymnigritella suaveolens), mit der ich den letzten Bildblock beendet habe, diesmal jedoch in der normalen Färbung. Auch in diesem Jahr fanden wir diese Hybride in beachtlicher Anzahl und vielfach noch in sehr schönem Zustand. Unter den unzähligen schwarzen oder gewöhnlichen Kohlröschen konnten vereinzelt auch Farbformen festgestellt werden. Da viele weitere Blumen der Almwiesen in Blüte stehen, ergeben sich auch immer wieder stimmungsvolle Ansichten in Verbindung mit den Orchideen. Vor lauter Motive kommt man kaum vom Platz, ehrlicherweise tut es aber auch gut, das Gewicht vom Fotorucksack eine Zeit lang nicht tragen zu müssen. Mit einer wundervollen Dreiergruppe der Hybride xPseuditella micrantha (Höswurz x gewöhnliches Kohlröschen) hätte ich mich zu gerne noch länger beschäftigt. Angesichts des nahen Donnergrollens bestand jedoch ein "klein wenig Druck", möglichst schnell von den freien Almflächen zu kommen. Die zwei seit Jahren bekannten Pflanzen der überaus seltenen Hybride xDactylitella berninaensis, zwischen dem breitblättrigen Knabenkraut (in der Alpinform) und dem gewöhnlichen Kohlröschen, konnten im aktuellen Jahr leider nicht mehr festgestellt werden. Zu meiner großen Freude konnte ich aber eine weitere Pflanze am selben Berg, jedoch an einem völlig anderen Platz finden. Äußerst interessant empfand ich auch einige abnorme Pflanzen der Mücken-Händelwurz, die an mehreren, sehr feuchten Stellen gesichtet wurden. Sie alle haben grün-weiße (oft mit sehr feinem, kleinflächigen Rotanteil) nach oben gerichtete Blüten, die sich nur teilweise (manchmal auch gar nicht) öffnen sowie sehr lange Fruchtknoten ... wirklich sehr außergewöhnliche Erscheinungen!

Letztendlich war es doch noch nicht die letzte Begehung, denn manchmal kommt noch etwas ganz besonderes zum Schluss. 2016 entdeckte Herr Manfred Lesch eine xDactylitella am selben Berg, bei der jedoch entgegen den bekannten Funden das Fuchs-Knabenkraut als eine der Eltern vermutet wurde. Eigene, sehr aufwendige Nachsuchen im darauffolgenden Jahr blieben jedoch erfolglos. Heuer dann die große Überraschung, denn die Hybride konnte neuerlich am bekannt gegebenen Fundort aufgefunden werden und mittlerweile erfolgte auch die Bestätigung, dass es sich um eine xDactylitella tourensis, der Kreuzung zwischen dem Fuchs-Knabenkraut und dem gewöhnlichen Kohlröschen handelt! So kann ich diesen Bilderblock von den Orchideen der Berge mit drei Aufnahmen dieser ebenso wundervollen wie seltenen Hybride abschließen.

Faszinatur, 17.06.18

Manchmal entdeckt man im scheinbar unscheinbaren das außergewöhnliche! Wie im Fall einiger sehr kleiner Gewässerflächen in einem Feuchtgebiet. Bei näherer Betrachtung offenbaren sich Farben, wie man sie natürlichen Ursprungs nicht vermuten würde. Es handelt sich hierbei um winzige Details der Kahmhaut, einem Biofilm aus Mikroorganismen. Gebildet wird sie vor allem durch Hefepilze und sauerstoffabhängige Bakterien (Quelle: Wikipedia). Eisenbakterien dürften manchen von euch vielleicht ein Begriff sein. Für mich als Fotograf ein mehr als willkommenes, faszinierendes Motiv, bei dem die Farben und Formen im Vordergrund stehen ... aber seht selbst: