Faszinatur, 17.06.18

Manchmal entdeckt man im scheinbar unscheinbaren das außergewöhnliche! Wie im Fall einiger sehr kleiner Gewässerflächen in einem Feuchtgebiet. Bei näherer Betrachtung offenbaren sich Farben, wie man sie natürlichen Ursprungs nicht vermuten würde. Es handelt sich hierbei um winzige Details der Kahmhaut, einem Biofilm aus Mikroorganismen. Gebildet wird sie vor allem durch Hefepilze und sauerstoffabhängige Bakterien (Quelle: Wikipedia). Eisenbakterien dürften manchen von euch vielleicht ein Begriff sein. Für mich als Fotograf ein mehr als willkommenes, faszinierendes Motiv, bei dem die Farben und Formen im Vordergrund stehen ... aber seht selbst:

Naturfotograf auf Abwegen ... oder Urlaub auf Santorini, 04.06.18

Die Reisefotografie ist eigentlich nicht mein Gebiet, aber ich dachte mir, für ein paar halbwegs vorzeigbare Aufnahmen kann ich schon mal die Kamera mit in den Urlaub nehmen. Diesmal ging es mit der Familie für eine Woche auf die griechische Insel Santorini, die vor allem für die spektakulären Sonnenuntergänge - ganz besonders in der Stadt Oia - bekannt ist. Als Naturfotograf ist man ja meist allein unterwegs ... insofern war ich ehrlich gesagt geschockt, was sich bereits Stunden vor Sonnenuntergang in Oia abspielt. Tausende Menschen stehen auf jedem erdenklichen Aussichtspunkt, der sich für dieses Schauspiel bietet. Von der ganzen Insel kommen Dutzende Reisebusse und von den Kreuzfahrtschiffen, von denen täglich mindestens zwei zu sehen waren, kommen nochmal etliche hinzu. Jeder möchte seine Eindrücke zumindest am Handy festhalten und so sind an manchen Tagen die besten Plätze bereits vier bis fünf Stunden vor Sonnenuntergang von Fotografen besetzt! Obwohl es trotz dieser Massen großteils gesittet zugeht, gibt es auch hier immer wieder Menschen, denen ein Foto wichtiger als alles andere ist. Unverschämtheit und grenzenloser Egoismus sind die eine Sache, für ein Foto jedoch die riskantesten Stellen zu erklimmen und dabei sich und andere zu gefährden eine ganz andere ... glücklicherweise kann man jedoch auch in Oia Stellen finden, an denen man den Sonnenuntergang, abseits der großen Massen, entspannt genießen kann.

  • der Sonnenuntergang in Oia - ein tägliches Spektakel für tausende Touristen
  • bereits zur blauen Stunde ist der Großteil der Menschen wieder in den Bussen oder den Gassen der Stadt verschwunden
  • sehr früh am Morgen hat man die Stadt für sich allein ...
  • ... die Gassen sind dann menschenleer. Doch schon wenige Stunden später füllen die Touristen von den Kreuzfahrtschiffen die Szenerie mit Leben.
  • besonders die Höhlenwohnungen haben einen ganz eigenen Charme
  • Urlaubsfeeling pur!
  • an diese Aussicht könnte man sich gewöhnen
  • auch wenn es nicht so wirkt ... das Bild ist exakt ausgerichtet. Gerade ist hier nur der Horizont ...
  • liebevolle Details zieren die Künstlerstadt Oia

Am frühen Morgen ist es deutlich ruhiger. Nur wenige Touristen, in erster Linie wiederum Fotografen, suchen besonders attraktive Aussichtspunkte auf. Doch wieder erwartet mich eine Überraschung, denn es dauert nicht lange bis auch hier Menschen aufkreuzen - meist junge Frauen oder Paare, die unmittelbar vor mir auf die Dächer vor den Sehenswürdigkeiten klettern.  Die Frauen posieren in langen, bunten Kleidern und gegenseitig werden solange Fotos gemacht, bis sie von den nächsten vertreiben werden. An jedem einzelnen Tag wiederholt sich dieser Vorgang und wieder geht es augenscheinlich ausschließlich darum, beeindruckende Fotos mit im Wind wehenden Kleidern, im schönsten Licht und direkt vor der atemberaubenden Kulisse der Stadt als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen oder in den sozialen Netzwerken damit prahlen zu können. Auf jene Menschen, die in diesen Häusern wohnen, nimmt niemand Rücksicht und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das viele Dächer bereits Verbotsschilder oder sonstige Kennzeichnungen zur Unterlassung solcher Aktivitäten aufweisen oder manche Zugangswege als privat gekennzeichnet und somit nicht zugänglich sind.

Nichtsdestotrotz ist Santorini ein sehr beeindruckendes Fleckchen, dessen Reiz vor allem im Kontrast zwischen den weißen Häusern und dem tiefblauen Meer besteht. Die Menschen sind freundlich und das Essen in den unzähligen, kleinen Tavernen wirklich gut. Die karge Natur zeigt sich zu dieser Zeit bereits großteils in braunen Tönen und nur wenige Blumen bringen etwas Farbe in die Landschaft. Durch den permanenten Wind ist an Makro-Fotografie aber ohnehin nicht zu denken. Mit etwas Glück kann man zu den Tagesrandzeiten jedoch idyllische, menschenleere Strandabschnitte finden, die sich als willkommene Motive anbieten und so beschließe ich diesen Eintrag mit einigen solchen Eindrücken.

Faszination Blumen, 25.03.18

Heuer scheint der Winter einfach nicht locker lassen zu wollen, doch erste Boten des Frühlings sind nun endlich auf den Wiesen und in den Wäldern zu sehen. Es scheint fast so, als ob die Sehnsucht nach wärmenden Sonnenstrahlen nicht nur uns Menschen ein längst überfälliges Bedürfnis ist. Die ersten Orchideen strecken ihre Blüten auch schon der Sonne entgegen, immer wieder kehrender Frost bringt die zarten Blumen jedoch zum Erliegen. Auch wenn die Aufnahmen einen anderen Eindruck vermitteln sollten, viel Sonne und Wärme war den Blüten der Spinnen-Ragwurz bisher nicht vergönnt. Anfang April zeigen sich endlich auch Leberblümchen, Hundszahnlilien und die Wiesen-Kuhschelle in schönster Blüte, die Zeit der Spinnen-Ragwurz ist jedoch zum überwiegenden Teil auch schon wieder vorbei.

Auch die Schachbrettblumen haben sich heuer Zeit gelassen und erstmals seit vielen Jahren nicht in der Karwoche, sondern erst eine Woche später ihre wundervollen Blüten geöffnet. Trotz der Feuchtigkeit sind sie auch dieses Jahr sehr kleinwüchsig, glücklicherweise aber in sehr großer Anzahl vorhanden. Leider sind die freien Tage begrenzt und so hatten wir auch heuer nur einen Morgen, um zumindest ein paar Aufnahmen dieser grazilen Blumen umzusetzen. An diesem jedoch war das Licht einfach zauberhaft, der Wind gnädig und kleine Reifkristalle und Tautropfen zeugten von der kalten Nacht.

Wer in Kärnten wohnt, hat das Glück, innerhalb von gut zwei Stunden am Meer zu sein. In Kroatien blühen bereits Ende Februar die ersten Orchideen und auch wenn es bisher den Anschein hatte, das die Vegetation im Vergleich zum Vorjahr deutlich verspätet dran ist, hat sich die Situation innerhalb der letzten beiden Wochen durch die frühsommerlichen Temperaturen komplet gewandelt. Die Natur scheint förmlich zu explodieren und an manchen Standorten blühen nun bereits Arten, die gewöhnlich erst im Mai erscheinen ... schon verrückt. Wo Orchideen wachsen sind auch allerlei Insekten zu finden und über den Fund mehrerer Osterluzeifalter (Zerynthia polyxena) haben wir uns ganz besonders gefreut! Mittlerweile blühen bereits viele Orchideenarten und selbst in heimischen Gefilden konnte ich die ersten fotografieren. Außergewöhnlich schön empfand ich auch einen Morgen beim Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina). Zwar hat der extrem starke, böige Wind einige meiner Ideen unmöglich gemacht, für ein paar Aufnahmen hat es aber dennoch gereicht.

Bei den aktuell sommerlichen Temperaturen ist die Blühzeit auf wenige Tage begrenzt. Einige besondere Orchideen oder besonders schöne Gruppen, stehen daher schon seit Jahren am Programm. Beim Helm-Knabenkraut und einer zweier Gruppe von Ophrys untchjii hat es gerade noch gepasst. Auch die Bienen-Ragwurz ist heuer sehr früh dran und so ergab sich die besonders farbenprächtige Möglichkeit, die vielfach bereits im Verblühen befindlichen Anacamptis laxiflora in die Bildgestaltung zu integrieren. Die im Vorjahr erstmals gefundene, hypochrome Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera var. bicolor) konnte erfreulicherweise in sehr schönem Zustand erneut festgestellt werden. Eine besonders schöne Gruppe aus 22! Pflanzen vom Brand-Knabenkraut (Neotinea ustulata), die an sehr ungünstiger Stelle direkt am Straßenrand steht, konnte ich zu meiner großen Freude auch erstmals zufriedenstellend ablichten. Auch der Frauenschuh steht bereits am 10. Mai in Vollblüte! Trotz wenig aussichtsvollem Wetter mit starkem Gewitter und Regenschauer, habe ich mich dennoch entschlossen, einen ganz besonderen Fundort am späten Abend zu besuchen. Rundum gingen bereits Gewitter nieder, doch ich hatte unheimliches Glück! Sowohl im Bezug auf den Zustand der so begehrten, kleinen Gruppe des Goldschuh (Cypripedium calceolus var. flavum), als auch mit wirklich zauberhaftem Licht! Den Rückweg habe ich jedoch laufend bewältigt und kaum beim Auto angekommen, holte mich das Gewitter ein ... diesen Tag werde ich so schnell nicht vergessen! Auch der zweite, bekannte Standort vom Goldschuh, mit einer einzelnen Pflanze, ist und bleibt eine fotografische Herausforderung! Durch die starken Regenfälle in den letzten Tagen bildete sich ein kleiner Bach, der gerade dort verläuft, wo der einzig brauchbare Aufnahmewinkel für diese Rarität umgesetzt werden kann. Wer sich nun fragt, ob ich verrückt genug bin, ein paar Aufnahmen liegend im Wasser zu riskieren, findet die Antwort in der vorletzten Aufnahme dieses Blocks (wer mich kennt, muß ohnehin nicht fragen) ...

Bevor ich mich eine Woche lang völlig anderen Motiven zuwende, konnte ich erfreulicherweise auch noch meine "Lieblingsorchidee", eine besonders attraktive Varietät der Bienen-Ragwurz mit dem wissenschaftlichen Namen: Ophrys apifera var. tilaventina, in schönstem Zustand fotografieren ... und das bereits Mitte Mai! Typisch für eine Bienen-Ragwurz ist der hohe Blütenstand, mit den relativ kleinen Blüten, weshalb Tage mit wenig Wind eindeutig zu bevorzugen sind. Wenn dann der mittlerweile tägliche und leider auch anhaltende Regen mal eine Pause macht und die Sonne für etwas Farbe sorgt, muss man sich nur noch um Millionen von Mücken kümmern ...