Faszination Blumen, 25.03.18

Heuer scheint der Winter einfach nicht locker lassen zu wollen, doch erste Boten des Frühlings sind nun endlich auf den Wiesen und in den Wäldern zu sehen. Es scheint fast so, als ob die Sehnsucht nach wärmenden Sonnenstrahlen nicht nur uns Menschen ein längst überfälliges Bedürfnis ist. Die ersten Orchideen strecken ihre Blüten auch schon der Sonne entgegen, immer wieder kehrender Frost bringt die zarten Blumen jedoch zum Erliegen. Auch wenn die Aufnahmen einen anderen Eindruck vermitteln sollten, viel Sonne und Wärme war den Blüten der Spinnen-Ragwurz bisher nicht vergönnt. Anfang April zeigen sich endlich auch Leberblümchen, Hundszahnlilien und die Wiesen-Kuhschelle in schönster Blüte, die Zeit der Spinnen-Ragwurz ist jedoch zum überwiegenden Teil auch schon wieder vorbei.

Auch die Schachbrettblumen haben sich heuer Zeit gelassen und erstmals seit vielen Jahren nicht in der Karwoche, sondern erst eine Woche später ihre wundervollen Blüten geöffnet. Trotz der Feuchtigkeit sind sie auch dieses Jahr sehr kleinwüchsig, glücklicherweise aber in sehr großer Anzahl vorhanden. Leider sind die freien Tage begrenzt und so hatten wir auch heuer nur einen Morgen, um zumindest ein paar Aufnahmen dieser grazilen Blumen umzusetzen. An diesem jedoch war das Licht einfach zauberhaft, der Wind gnädig und kleine Reifkristalle und Tautropfen zeugten von der kalten Nacht.

Wer in Kärnten wohnt, hat das Glück, innerhalb von gut zwei Stunden am Meer zu sein. In Kroatien blühen bereits Ende Februar die ersten Orchideen und auch wenn es bisher den Anschein hatte, das die Vegetation im Vergleich zum Vorjahr deutlich verspätet dran ist, hat sich die Situation innerhalb der letzten beiden Wochen durch die frühsommerlichen Temperaturen komplet gewandelt. Die Natur scheint förmlich zu explodieren und an manchen Standorten blühen nun bereits Arten, die gewöhnlich erst im Mai erscheinen ... schon verrückt. Wo Orchideen wachsen sind auch allerlei Insekten zu finden und über den Fund mehrerer Osterluzeifalter (Zerynthia polyxena) haben wir uns ganz besonders gefreut! Mittlerweile blühen bereits viele Orchideenarten und selbst in heimischen Gefilden konnte ich die ersten fotografieren. Außergewöhnlich schön empfand ich auch einen Morgen beim Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina). Zwar hat der extrem starke, böige Wind einige meiner Ideen unmöglich gemacht, für ein paar Aufnahmen hat es aber dennoch gereicht.

Bei den aktuell sommerlichen Temperaturen ist die Blühzeit auf wenige Tage begrenzt. Einige besondere Orchideen oder besonders schöne Gruppen, stehen daher schon seit Jahren am Programm. Beim Helm-Knabenkraut und einer zweier Gruppe von Ophrys untchjii hat es gerade noch gepasst. Auch die Bienen-Ragwurz ist heuer sehr früh dran und so ergab sich die besonders farbenprächtige Möglichkeit, die vielfach bereits im Verblühen befindlichen Anacamptis laxiflora in die Bildgestaltung zu integrieren. Die im Vorjahr erstmals gefundene, hypochrome Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera var. bicolor) konnte erfreulicherweise in sehr schönem Zustand erneut festgestellt werden. Eine besonders schöne Gruppe aus 22! Pflanzen vom Brand-Knabenkraut (Neotinea ustulata), die an sehr ungünstiger Stelle direkt am Straßenrand steht, konnte ich zu meiner großen Freude auch erstmals zufriedenstellend ablichten. Auch der Frauenschuh steht bereits am 10. Mai in Vollblüte! Trotz wenig aussichtsvollem Wetter mit starkem Gewitter und Regenschauer, habe ich mich dennoch entschlossen, einen ganz besonderen Fundort am späten Abend zu besuchen. Rundum gingen bereits Gewitter nieder, doch ich hatte unheimliches Glück! Sowohl im Bezug auf den Zustand der so begehrten, kleinen Gruppe des Goldschuh (Cypripedium calceolus var. flavum), als auch mit wirklich zauberhaftem Licht! Den Rückweg habe ich jedoch laufend bewältigt und kaum beim Auto angekommen, holte mich das Gewitter ein ... diesen Tag werde ich so schnell nicht vergessen! Auch der zweite, bekannte Standort vom Goldschuh, mit einer einzelnen Pflanze, ist und bleibt eine fotografische Herausforderung! Durch die starken Regenfälle in den letzten Tagen bildete sich ein kleiner Bach, der gerade dort verläuft, wo der einzig brauchbare Aufnahmewinkel für diese Rarität umgesetzt werden kann. Wer sich nun fragt, ob ich verrückt genug bin, ein paar Aufnahmen liegend im Wasser zu riskieren, findet die Antwort in der vorletzten Aufnahme dieses Blocks ...

Bevor ich mich eine Woche lang völlig anderen Motiven zuwende, konnte ich erfreulicherweise auch noch meine "Lieblingsorchidee", eine besonders attraktive Varietät der Bienen-Ragwurz mit dem wissenschaftlichen Namen: Ophrys apifera var. tilaventina, in schönstem Zustand fotografieren ... und das bereits Mitte Mai! Typisch für eine Bienen-Ragwurz ist der hohe Blütenstand, mit den relativ kleinen Blüten, weshalb Tage mit wenig Wind eindeutig zu bevorzugen sind. Wenn dann der mittlerweile tägliche und leider auch anhaltende Regen mal eine Pause macht und die Sonne für etwas Farbe sorgt, dann muss man sich nur noch um Millionen von Mücken kümmern ... 

Winter 2017/2018, 02.01.18

Jedes Jahr, wenn sich die kalte Jahreszeit einstellt, frage ich mich, was wohl der kommende Winter bringen wird? Bereits seit Jahren habe ich einige Vorstellungen, die ich nur zu gerne mal auf den Chip bringen würde, doch richtige Winter sind mittlerweile rar geworden. So hat auch dieser Winter im Dezember mit richtig viel Niederschlag begonnen. Allerdings nicht in Form von Schnee, sondern mit Regen. Die Temperaturen sind auch nicht mehr das, was wir noch vor Jahren gewohnt waren, denn bisher gab es nur sehr wenige Tage, an denen das Thermometer tagsüber im Minusbereich blieb. So verwundert es wenig, das bereits Ende Januar an vielen Stellen die Schneerosen blühten. Vom 01. bis 03. Februar bescherte uns ein Italientief jedoch Schnee bis in die Niederungen und diesmal auch ordentliche Mengen. Unmittelbar nach dem Schneefall habe ich mich im Naturpark Dobratsch, dem Hausberg der Villacher Bevölkerung, auf die Suche nach winterlichen Motiven gemacht und ich staunte nicht schlecht, als ich plötzlich bis zum Brustkorb im Schnee versank! Es sollte auch nicht der letzte Schneefall gewesen sein und in der letzten Februar Woche erreichte uns polare Kaltluft mit Temperaturen bis zu -20 Grad Celsius, starkem Wind und wenig Sonnenschein ... hmm ... zu Beginn des Jahres habe ich mich noch bezüglich der zu milden Temperaturen beschwert ...;

  • Nein, die Reihenfolge ist nicht falsch ... bereits Ende Januar blühten die ersten Schneerosen
  • Anfang Februar sorgte ein Italientief für ordentliche Schneemengen
  • die Sonne zeigte sich aber viel zu selten
  • Erkenne ich hier ein betrübtes Smiley? Da soll noch einer sagen, Pflanzen können ihren Gefühlen keinen Ausdruck verleihen!
  • in der letzten Februar Woche hat uns polare Kaltluft erreicht
  •  ... am Dobratsch bis zu -25 Grad und Windgeschwindigkeiten um 60kmh
  • die schwere Last ist den Bäumen deutlich anzusehen
  • Winter, wie er schöner nicht sein kann ...
  • tief verschneit und ohne eine einzige Spur
  • bei -22 Grad und peitschendem Wind wird das Fotografieren zur Herausforderung
  • nur Kleidung in mehreren Schichten, Sturmhaube, Handschuhe und permanente Bewegung helfen gegen die Kälte
  • am letzten Tag der Kälteperiode begrüßte mich noch ein feuriger Sonnenaufgang - mehr Sonne gab es an diesem Tag aber leider nicht mehr;

Frohes neues Jahr, 31.12.17

Na ... schon Vorsätze für das neue Jahr gefasst? Ich für meinen Teil habe eine Menge an Ideen, die ich gerne umsetzen würde und hoffe, das sich die eine oder andere im nächsten Jahr verwirklichen lässt.

Ich wünsche ihnen ein gesundes, frohes Jahr 2018. Den Weitblick, Dinge auch mal etwas gelassener zu sehen, aber auch den eisernen Willen, an etwas zu glauben, das ihnen wichtig ist - HAPPY NEW YEAR!