Glanzlichter 2020, 10.03.20

"Hey, Sie sind ein Glanzlichter-Gewinner!" Diesen Betreff haben die E-Mails von Mara Fuhrmann, wenn man sich zu den glücklichen Gewinnern von Deutschlands größtem Naturfoto-Wettbewerb zählen darf. Dieselbe Nachricht erhielt ich erstmals im Jahr 2005, als ich mit meinem Bild eines laufenden Blässhuhns meine erste Platzierung in einem internationalen Foto-Wettbewerb erzielen konnte. Mittlerweile sind 15 Jahre vergangen und es hat sich vieles verändert. Zur damaligen Zeit konnte man noch nicht mal erahnen, wie sehr sich die Technik und damit auch die Möglichkeiten innerhalb dieser kurzen Zeitspanne weiterentwickeln wird und ein Ende dieser Entwicklung scheint noch nicht in Sicht. Die digitale Technik und die damit beinahe schon selbstverständlich empfundene Möglichkeit, praktisch nur durch den Datenträger begrenzte Mengen an Bildmaterial (mit verhältnismäßig geringem, finanziellem Aufwand) zu produzieren, brachte Aufnahmen hervor, die vor Jahren einfach noch nicht möglich gewesen wären. Nicht nur deshalb scheint die Naturfotografie heute beliebter denn je und so ist dieses Metier auch längst nicht mehr den Profis unter den Fotografen vorbehalten, was sich auch in der Anzahl an Einsendungen bei Wettbewerben regelmäßig widerspiegelt.

In diesem Jahr hatte die Jury, bestehend aus Carsten Braun, Bastian Freese & Mara Fuhrmann, die schwere Aufgabe, aus 16.937 Aufnahmen von 919 Fotografen aus 39 Ländern, die 87 Gewinnerbilder zu ermitteln.

Angesichts dieser beeindruckenden Daten bin ich auch ein klein wenig stolz, mittlerweile mit meiner neunten Aufnahme in diesem renommierten Wettbewerb vertreten zu sein. Nur zu gerne wäre ich bei der Siegerehrung im Zuge der 22. Internationalen Fürstenfelder Naturfototage dabei gewesen, doch derzeit überschattet die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus alles andere und dies hat letztendlich zur Absage der Fürstenfelder Naturfototage geführt.

Ich gratuliere allen anderen Gewinnern des Wettbewerbes sehr herzlich! Alle prämierten Aufnahmen finden sie hier;

Glanzlichter 2020 - Diversity of all other Animals - Highlight

Herbst in den Julischen Alpen, 14.09.19

Die kühlen Temperaturen morgens und abends kündigen den nahen Herbst an. Für mich die ideale Zeit, um wieder öfter in die Berge zu gehen. Die Nähe zu den Julischen Alpen und die Gewissheit, das es reichlich lohnenswerte Motive gibt, sind Motivation genug, um den schweren Fotorucksack den Berg hinauf zu tragen. Auch die Steinböcke stehen am Programm, jedoch rechne ich mir momentan, bei den vielen Wanderern, keine allzu großen Chancen aus. Es ist faszinierend, wie schnell das Wetter in den Bergen umschlagen kann. Losgegangen bin ich bei strahlendem Sonnenschein und nur wenige, harmlose Wolken zierten den blauen Himmel. Oben angekommen stand ich im dichten Nebel, der eine Zeit lang sehr hartnäckig war. Doch wie so oft hat sich das Warten auch diesmal gelohnt! Zufrieden stehe ich dort oben und freue mich, das heute nicht nur die Waden brennen. Ein klein wenig erinnert mich die dramatische Szenerie an den Weg nach Mordor ...;  Eine Zeit lang genieße ich noch das Farbspektakel am Himmel, bevor es im Schein der Stirnlampe den langen Weg zurück hinuntergeht.

Fortsetzung Orchideen- und Makrosaison 2019, 02.09.19

Einer der Gründe, warum Orchideen für mich so faszinierend sind, ist die Tatsache, dass es immer wieder zu natürlichen Kreuzungen verschiedener Orchideen (sowohl innerhalb der Gattung, als auch mit anderen Gattungen) kommt bzw. kommen kann. Das Ergebnis sind oft wunderschöne Pflanzen, welche die Merkmale beider Eltern aufweisen ... jede für sich einzigartig! Ganz nach dem Motto: "für gewöhnlich fasziniert uns das ungewöhnliche"! Solche Pflanzen können manchmal über viele Jahre hinweg immer wieder beobachtet werden oder aber auch nur ein einziges Jahr, was das ganze Thema nicht minder spannend macht! In den letzten Jahren wurden einige außergewöhnliche Hybriden aus Österreich bekannt und auch wenn ich heuer einige davon verpasst habe und einige leider nicht mehr zur Blüte gelangten, so konnte ich dennoch auch heuer wieder ein paar ablichten.

xPseudadenia schweinfurthii, die Hybride zwischen Mücken-Händelwurz und Höswurz, ist ein solches Beispiel einer Hybride, die für gewöhnlich nicht sehr beständig ist und meist im Folgejahr schon nicht mehr vorgefunden wird. Mein Freund und ich konnten heuer gleich drei Exemplare an zwei unterschiedlichen Standorten sichten. Die abgebildete Pflanze habe ausnahmsweise mal ich gefunden ...; An der nächsten Hybride erfreuen wir uns nun bereits seit drei Jahren: eine zart gelb blühende xGymnigritella suaveolens (Mücken-Händelwurz x gewöhnliches Kohlröschen), die heuer besonders schön in Blüte stand. In dieser Färbung eine mehr als außergewöhnliche Erscheinung, die noch dazu einen idealen Standort gewählt hat!

Zeitgleich mit den Orchideen auf den Bergen wird es auch in den Wäldern noch einmal interessant. Von besonderem Interesse ist dabei der Widerbart (Epipogium aphyllum). Auch Ohnblatt (da blattlos) genannt. Der Widerbart ist eine Pflanze, die in Symbiose mit Wurzelpilzen lebt (Mykorrhiza) bzw. von diesen abhängig ist. In manchen Jahren konnten wir bis zu 400 blühende Exemplare an einem bekannten Standort zählen, heuer war es nur gut ein Viertel - wobei zu erwähnen ist, dass die Pflanze oft jahrelang nicht zur Blüte kommt!

Ein Hinweis noch in eigener Sache: da es in letzter Zeit immer wieder zu Anfragen bezüglich der Standorte einzelner Orchideen oder bestimmter Arten kommt, möchte ich ganz klar festhalten, dass ich grundsätzlich keine Fundorte an mir unbekannte Personen weiter gebe! Bei den Standorten handelt es sich meist um sehr sensible Lebensräume, die den Pflanzen nach wie vor intakte Bedingungen bieten und meist nur wenigen bekannt sind ... und das soll auch so bleiben!

Es ist mittlerweile Anfang September und da sich die letzte Orchidee des Jahres, die Herbst-Drehwurz (Spiranthes spiralis) in Istrien offenbar noch Zeit lässt, haben wir die Zeit genutzt, um andere Motive zu suchen. Trotz gegenteiliger Wetterprognose haben wir uns im Sonnenschein auf die Suche nach Mantiden gemacht und wurden überraschenderweise auch schnell fündig. Neben der allgemein bekannten Gottesanbeterin (Mantis religiosa) fanden wir auch noch einzelne Ameles spez. (ersten drei Bilder im Block). Besonders angetan waren wir aber von der Haubenfangschrecke (Empusa pennata), deren Nymphen wir in unterschiedlichsten Farben in bodennaher Vegetation gefunden haben. Von diesen noch sehr kleinen, flinken Tieren auch nur halbwegs ansprechende Aufnahmen zu machen, gestaltete sich jedoch deutlich schwieriger als gedacht. Einerseits haben sie die Angewohnheit, im Wind schwankende Ästchen durch wippende Bewegungen nachzuahmen, anderseits können sie erstaunlich schnell laufend und hüpfend das Weite suchen, sodass man Mühe hat, sie in der Vegetation wiederzuentdecken! Nicht nur aus diesem Grund musste ich meine Wunschvorstellung eines Porträts in Form mehrerer Aufnahmen zur Erweiterung der Schärfentiefe recht schnell wieder abschreiben! Zu unserer großen Verwunderung entdeckten wir im direkten Umfeld der Mantiden auch noch eine  Mittelmeerstabschrecke (Bacillus rossius) und es sollte nicht die letzte gewesen sein;