VTNÖ Wettbewerbsplatzierungen, 05.11.16

Am Wochenende fand die Generalversammlung des VTNÖ (Verein Österreichischer Tier- und Naturfotografen) in Hainburg an der Donau statt. Im Zuge dessen wurden auch die Gewinner des heurigen Wettbewerbes bekannt gegeben und ich freue mich sehr, auch in diesem Jahr mit einigen Aufnahmen in unterschiedlichen Kategorien vertreten zu sein!

  • VTNÖ - Naturfotograf des Jahres 2016 - Sonderkategorie Winter - 3. Platz
  • VTNÖ - Naturfotograf des Jahres 2016 - Sonderkategorie Winter - Highlight
  • VTNÖ - Naturfotograf des Jahres 2016 - Säugetiere - Highlight
  • VTNÖ - Naturfotograf des Jahres 2016 - Säugetiere - Highlight
  • VTNÖ - Naturfotograf des Jahres 2016 - Pflanzen - Highlight

Herzlichen Glückwunsch auch an alle anderen Gewinner und insbesondere Robert Haasmann zum Österreichischen Naturfotografen des Jahres 2016!

Hier geht es zu den wirklich sehenswerten Siegerbildern;

Neues Portfolio - Naturpark Dobratsch Schütt, 30.07.16

Naturfotografie im direkten Umfeld der Heimat war für mich immer spannend. Das liegt einerseits daran, das man je nach Motiv, Jahreszeit und Witterungsbedingungen relativ flexibel reagieren kann, das keine langen Anfahrtswege in Kauf genommen werden müssen und das es oft recht wenig, fotografisch anspruchsvolles Bildmaterial von diesen Gebieten gibt.

Der Naturpark Dobratsch, auch Villacher Alpe genannt und das größte Bergsturzgebiet der Ostalpen - die Schütt - sind solche Gebiete. In der dicht besiedelten Kulturlandschaft in Kärnten sind sie wie kleine Inseln, in denen der Mensch zwar nicht ausgeschlossen, der Natur aber auch entsprechend Raum gegeben wird. Im Laufe der letzten Jahre konnte ich einige der typischen Tier- und Pflanzenarten ablichten und daher habe ich einen Teil dieser Aufnahmen (sowohl bekannte, als auch bis dato nicht publizierte) in ein Portfolio über den "Naturpark Dobratsch Schütt" zusammengefasst. Es ist wie ein Streifzug durch die Jahreszeiten zu verstehen und soll keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit stellen, ich hoffe aber doch, das im Laufe der nächsten Jahre noch viele weitere Ansichten hinzu kommen werden!

Die Winter im Naturpark Dobratsch Schütt sind oft sehr schneereich. Während der Dobratsch als beliebtes Ausflugsziel durch die (im Sommer kostenpflichtige) Villacher Alpenstraße sehr gut erschlossen ist, bleibt das Bergsturzgebiet der Schütt bei hoher Schneelage großteils der Natur überlassen.

Der Frühling ist die beste Zeit, um das Symboltier der Schütt - die Hornviper - zu sichten. Obwohl die Schütt den größten, zusammenhängenden Lebensraum für diese Tiere innerhalb Österreichs darstellt, sind Sichtungen mittlerweile alles andere als selbstverständlich. So verwundert es auch wenig, das innerhalb der letzten zehn Jahre nur wenige, brauchbare Aufnahmen der giftigsten Schlange Österreichs entstanden. Obwohl ein respektvoller Umgang (KEINESFALLS ANFASSEN und ihnen einen FLUCHTWEG LASSEN!) mit unseren Schlangen ausdrücklich empfehlenswert und durch den Naturschutz auch gesetzlich geregelt ist, Angst muss man definitiv nicht haben. In den allermeisten Fällen wird man von den Tieren nur noch das Schwanzende sehen, das in den unzähligen Vertiefungen zwischen dem Gestein verschwindet. In den ersten Wochen im Frühling, wenn die Tiere nach der Winterruhe besonders wärmebedürftig sind, ist die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung am größten. Im Sommer hingegen sind die Tiere auf Grund der hohen Temperaturen meist in der Nacht aktiv und tagsüber in einem schattigen Plätzchen verborgen. Derselbe Lebensraum wird auch von der Smaragdeidechse und von der Schling- oder Glattnatter bewohnt.

Auch im Hinblick auf die Flora hat das Bergsturzgebiet einiges zu bieten! Die Rot- und Schwarzkiefernwälder vermitteln den Charakter weiter südlich gelegener Regionen. Da die Rotkiefer auch sehr karge Bereiche besiedelt, gibt es unzählige, uralte und dennoch sehr kleinwüchsige Krüppelkiefern. In den schwer zugänglichen Bereichen in größerer Höhenlage gibt es teils sehr beeindruckende Biotope, die von meterhohem Gesteinsschutt und vereinzelten, krüppeligen Rotkiefern geprägt sind. Beim Anblick dieser Landschaft wird klar, das diese Lebensräume besondere Anpassungen erfordern, zumal die Temperaturen unter den steil abfallenden Südwänden ein weiteres Extrem darstellen.  Bei geringer Schneelage sind die ersten Blüten der Schneerose oft schon im Jänner zu sehen. Eine kleine - mittlerweile vollständig unter Naturschutz stehende - Feuchtwiese in der Schütt ist der einzige, verbliebene Standort der illyrischen Gladiole. Ende Mai/Anfang Juni erscheint die Wiese durch die tausenden Blüten der Gladiole wie eine große grüne Fläche mit unzähligen rosafarbigen Tupfen. Auch viele Orchideen (Dactylorhiza Arten) finden hier den idealen Lebensraum.

In den Sommermonaten sind es die Almwiesen, die besondere Aufmerksamkeit verdienen, sowohl im Hinblick auf die Fauna, als auch auf die Flora. Bei den Tieren sind es besonders die Gämsen, die hier in den frühen Morgenstunden von den steilen Felswänden auf die darüber liegenden Almflächen wechseln. An manchen Tagen können an die 100 Exemplare gesichtet werden! Für die Touristen wurde eine eigene Aussichtsplattform oberhalb der bevorzugten Weideflächen errichtet - ob dies jedoch tatsächlich notwendig war, mag jeder für sich selbst beantworten ... auf dem schmalen Pfad, der zur Aussichtsplattform führt, konnte man auch bisher ohne jeglichen Aufwand problemlos die Gämsen beobachten! Aus fotografischer Sicht habe ich in den Jahren gelernt, das sich nicht jeder Ort gleichermaßen gut eignet. Für Aufnahmen der Gämsen habe ich einige Wochen mit enormen, zeitlichen Aufwand investiert, die Ergebnisse sind jedoch nicht einmal erwähnenswert. Das liegt einerseits an der Bejagung (die Tiere sind besonders in den frühen Morgenstunden sehr aufmerksam und misstrauisch) und andererseits an der teils großen Anzahl wanderfreudiger Besucher, die das Wegegebot nicht ganz so ernst nehmen ... Da die Almwiesen von Weidetieren (Rinder und Pferde) sehr kurz gehalten werden, sind auch einige Orchideen zu finden, die auffälligsten zu dieser Zeit sind sicherlich die Kohlröschen. Besuche in der Schütt sind zu dieser Jahreszeit wohl nur für Hartgesottene. Der karge Unterwuchs und die steilen, nach Süden abfallenden Felswände heizen das Gebiet derart auf, das man das Gefühl hat, in einem Backofen zu wandern.

Im Herbst, wenn die Täler in einer zähen Nebeldecke stecken, hat man vom Dobratsch einen herrlichen Ausblick. Ich liebe solche Tage mit Inversionswetterlage. An diesen Tagen hat man die Möglichkeit, Landschaftsaufnahmen ohne die allgegenwärtigen Spuren der Zivilisation zu machen und wenn man tagelang in den Tälern nur noch grau sieht, werden die Sonnenstrahlen zu etwas ganz besonderem! Die schönen Tage im Spätherbst sind der richtige Zeitpunkt, um in den Trockenwiesen der Schütt nach der Gottesanbeterin Ausschau zu halten. Während sie früher nur in wenigen, xerothermen Gegenden zu finden war, scheint sie heute ihr Verbreitungsareal auch nach Norden zu erweitern. Zu dieser Jahreszeit kann es in den höheren Lagen jederzeit schneien und so schließt sich langsam der Kreislauf eines Jahres.

Wer mehr über die "Bergsturzlandschaft im Naturpark zwischen Dobratsch und Gail" erfahren möchte, dem sei der Naturführer "Natur & Mensch in der Schütt" des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten (ISBN 978-3-85328-062-1) empfohlen. Es ist eine Zusammenfassung von wissenschaftlichen Untersuchungen in den unterschiedlichsten Bereichen und spannt einen weiten Bogen von der Geschichte des Gebietes, der Tier- und Pflanzenwelt bis hin zur Volkskultur.

IFWP 2016 - Kategoriesieg Insekten & Spinnentiere, 08.06.16

Am Wochenende fand der IFWP Kongress (International Federation of Wildlife and Nature Photography) im Tatra Nationalpark in der Slowakei statt. Im Zuge dessen wurden auch die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbes bekannt gegeben.

 

Es freut mich sehr bekannt geben zu können, das meine Langzeitaufnahme eines laufenden Alpenbockkäfers die Jury überzeugen konnte und zum Gewinner der Kategorie Insekten & Spinnentiere gewählt wurde!

 

Für einen guten, mittlerweile leider verstorbenen Bekannten habe ich mich über einen langen Zeitraum mit den Bockkäfern Kärntens beschäftigt. Der Alpenbock ist nicht nur einer der bekanntesten, sondern auch einer der schönsten Vertreter dieser Insekten. Seit vielen Jahren kenne ich Plätze, an denen - zur richtigen Jahres- und Tageszeit - mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gleich einige dieser Tiere auf den Stämmen von Buchen zu finden sind. Die Idee eines Bildes mit Mitzieheffekt, welches die Geschwindigkeit der laufenden Tiere veranschaulichen sollte, hatte ich auf Grund vielfacher, ergebnisloser Versuche in den Jahren zuvor schon lange aufgegeben. Immer waren die langen Fühler sowie das "richtige Maß" an Schärfe bzw. Bewegungsunschärfe das größte Problem. An diesem Tag konnte ich etwa zwanzig Exemplare an den Buchenstämmen beobachten. Durch ein nahendes Gewitter wurde das Licht immer schlechter und die Tiere waren permanent in Bewegung. Also habe ich mir die Zeit erneut mit Langzeitbelichtungen vertrieben. Durch einen glücklichen Zufall war unter all den Aufnahmen auch eine, die in der Originalauflösung eine erstaunliche Detailwiedergabe für diese Verschlusszeit aufweist, bei der die Bewegung der Beine ohne Überschneidungen deutlich sichtbar ist und dennoch auch die langen Fühler ausreichend scharf abgebildet wurden. Auch wenn ich noch deutlich Verbesserungspotential sehe, ist es im Laufe von Jahren das bisher beste Ergebnis, das ich mit langer Belichtungszeit auf den Chip malen konnte.