Orchideen - vom Meeresspiegel bis zum Hochgebirge, 22.04.17

Auch im heurigen Frühjahr ist Istrien eines meiner bevorzugten Reiseziele. Bereits Ende Feber sind die ersten Orchideen aus der Sippe der Spinnen-Ragwurz in Blüte ... kaum vorstellbar, wenn bei uns oft noch Schnee liegt.

Bereits wenige Wochen später folgen weitere Orchideen und im April ist es schwer, sich auf ein(e) Thema/Art zu konzentrieren. Zu dieser Zeit sind bereits Anacamptis morioAnacamptis papilionacea sowie die Hybride dieser beiden Arten, einige Orchis Arten (anthropophora, paucifloraprovincialispurpurea, simia) und Ophrys Arten (bertoloniibombyliflora, holosericaincubacea, tommasinii  und untchjii) in Blüte. Gerade bei schönem Wetter ist aber die Zeitspanne für fotogenes Licht derart knapp bemessen, das man einfach Prioritäten setzen muss. So fällt die Auswahl dann meist auf besonders fotogene oder außergewöhnliche Pflanzen. Es passiert nicht oft, das der Wunsch besteht, Orchideen mit einem Weitwinkel zu fotografieren, doch auch solche Standorte haben wir mittlerweile gefunden ... dumm nur, wenn man kein Weitwinkel mit hat. So ist es mir mit Orchis pauciflora ergangen, die ich an einem herrlich exponiertem Standort fotografieren wollte. Bei der Ankunft herrschten jedoch Witterungsverhältnisse, die selbst das Auto ins Schwanken brachten ... und wie sich später noch herausstellen sollte, wurde es die nächsten Stunden nicht besser. Obwohl viele fotogene Standorte einzelner Arten bereits bekannt sind, ist es dennoch äußerst schwierig, den richtigen Blühzeitpunkt zu erraten. Durch die extreme Trockenheit in diesem Jahr sind die Pflanzen oft sehr kleinwüchsig und teilweise innerhalb einer Woche völlig verblüht. Mitte April gab es auch in Istrien Nächte mit Minusgraden und dementsprechend viele umgeknickte Orchideen.  Andere Standorte wurden von Wildschweinen derart massiv aufgewühlt, das keine Orchideen mehr vorhanden sind oder von Schafen überweidet, das auch hier kaum eine Orchidee das Stadion der Blüte erreicht ... und selbst wenn sonst alle Voraussetzungen gegeben sind, kann einem das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen. Das auch Motive im näheren Umfeld nicht unbeachtet bleiben, versteht sich von selbst und ein Besuch bei den Schachbrettblumen ist mittlerweile fast schon Tradition.

In diesem Jahr ist vieles anders. Manche Arten sind nahezu völlig ausgeblieben, was möglicherweise der extrem trockenen Witterung der letzten Monate geschuldet ist. Auch einige Raritäten suchten wir heuer vergeblich an den bekannten Standorten. Andere Arten scheinen hingegen zahlreicher zu sein und waren an Standorten zu finden, die uns im Vorjahr hätten auffallen müssen. So zeigt sich mal wieder, das man sich bietende Möglichkeiten umgehend nutzen sollte, denn bereits im nächsten Jahr könnte alles anders sein! Umso mehr haben wir uns über einen neuen Standort von Anacamptis laxiflora und dem erstmaligen Fund der Hybride Anacamptis x alata (Anacamptis laxiflora x Anacamptis morio), über ein sehr helles Affen-Knabenkraut (Orchis simia) und über Ophrys zinsmeisteri in bestem Blühzustand gefreut! Das Orchideenjahr schreitet voran und erstmals haben wir eine Wiese gefunden, in der nicht nur überraschend viele Orchideenarten wachsen, sondern auch die Begleitvegetation richtig schön bunt ist ... da wartet man dann auch mal ein paar Stunden, bis die Regenfront weiter zieht. Neben einigen weiteren, botanischen Highlights (wie der Bienen-Ragwurz in der Form Ophrys apifera var. bicolor und diese auch noch hypochrom)  konnten wir an einem Fundort auch etliche Raupen des Osterluzeifalters sichten - ein Fixpunkt im nächsten Frühling! In heimischen Gefilden hatten wir weniger Glück: die gelbe Variante vom Frauenschuh (Cypripedium calceolus var. flavum) konnte heuer zwar an zwei Fundorten bestätigt werden - jedoch in nur einer, bzw. zwei Pflanzen ...

Mittlerweile ist es Juni geworden und nach wie vor dreht sich noch alles um Orchideen, wenn auch mittlerweile hauptsächlich in Österreich. Beim Frauenschuh waren wir schon reichlich knapp dran, zumal die sehr warmen Temperaturen die Blühzeit doch merklich verringert haben - für ein paar Aufnahmen hat es aber dennoch gereicht. Auch bei einer Hybride zwischen dem breitblättrigen Knabenkraut und dem Hollunder-Knabenkraut waren wir spät dran und  gleiches gilt für die sehr seltene Variation der Bienen-Ragwurz Ophrys apifera var. tilaventina. Nur noch sehr wenige Pflanzen waren halbwegs ansehnlich und nach einer sehr feuchten Nacht blieb uns kaum Zeit, ein paar vernünftige Aufnahmen zu machen - hunderte Stechmücken und mindestens ebenso viele Kriebelmücken machen es einem unmöglich, sich auf das Fotografieren zu konzentrieren! In letzter Zeit ist Regen an der Tagesordnung und so haben wir das Spitzel-Knabenkraut (Orchis spitzelii), eine außerordentlich große Hybride zwischen dem dreizähnigen Knabenkraut und dem Brand-Knabenkraut (Neotinea x dietrichiana) sowie das winzige Herz-Zweiblatt (Neottia cordata) mal wieder im Regen fotografiert. Glücklicherweise folgt auf Regen auch mal Sonnenschein und mit dezentem  Licht im Wald entstanden auch noch ein paar stimmungsvolle Aufnahmen.

Winter 2016/2017, 22.01.17

Im heurigen Winter hat sich der Niederschlag im Süden Österreichs bisher noch in Grenzen gehalten, dafür zeigt er sich von seiner frostigen Seite. Bereits seit Wochen bleiben die Temperaturen durch den Einfluss sibirischer Kaltluft auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt und laut Medienberichten war es wohl der kälteste Jänner seit 30 Jahren. Der Wörthersee ist seit mittlerweile elf Jahren erstmals wieder zugefroren, wenn auch noch nicht freigegeben. An vielen Flüssen und Bächen finden sich wundervolle Eisstrukturen, Wasserfälle gefrieren zu beeindruckenden Eispalästen und die Landschaften in den schattigen Tälern wirken durch die fehlende Sonneneinstrahlung auch ohne große Schneemengen tief winterlich. Aus fotografischer Sicht ein sehr schöner Winter ...

VTNÖ Wettbewerbsplatzierungen, 05.11.16

Am Wochenende fand die Generalversammlung des VTNÖ (Verein Österreichischer Tier- und Naturfotografen) in Hainburg an der Donau statt. Im Zuge dessen wurden auch die Gewinner des heurigen Wettbewerbes bekannt gegeben und ich freue mich sehr, auch in diesem Jahr mit einigen Aufnahmen in unterschiedlichen Kategorien vertreten zu sein!

  • VTNÖ - Naturfotograf des Jahres 2016 - Sonderkategorie Winter - 3. Platz
  • VTNÖ - Naturfotograf des Jahres 2016 - Sonderkategorie Winter - Highlight
  • VTNÖ - Naturfotograf des Jahres 2016 - Sonderkategorie Winter - Highlight
  • VTNÖ - Naturfotograf des Jahres 2016 - Säugetiere - Highlight
  • VTNÖ - Naturfotograf des Jahres 2016 - Säugetiere - Highlight
  • VTNÖ - Naturfotograf des Jahres 2016 - Pflanzen - Highlight

Herzlichen Glückwunsch auch an alle anderen Gewinner und insbesondere Robert Haasmann zum Österreichischen Naturfotografen des Jahres 2016!

Hier geht es zu den wirklich sehenswerten Siegerbildern;